Erste Hilfe gegen Magen-Darm-Problemen bei Hunden

Sonntag, März 01, 2015

Heute widme ich meinen Post, meinem kleinen Allessesser, der schon wieder neben mir, mit seinem "wann gibts Essen"- Blick sitzt.

Ich habe es das ein oder andere Mal sicher schon erwähnt, Molly ist ein richiger Allesesser. Was beim Barfen sehr nützlich ist, kann draußen beim Spaziergang sehr anstrengend und auch gefährlich sein. Magendarmprobleme können dadurch häufig auftreten.


Als Welpe ging Molly mit dem Kopf nach unten, wie ein Staubsauger durch die Gegend, vom Kaugummi bis zum Zigarettenstummel hat sie alles fressen wollen!  

Das schlimmstes Erlebnis, wir gehen gut gelaunt und aufgeregt mit unserem Mini-Mops das erste Mal auf den Weihnachtsmarkt. Klar, wir wussten dass dort viel auf dem Boden liegt, aber wir wollten natürlich auch mit ihr unter Leute, dass sie das auch lernt. Die Menschenmenge war für Molly überhaupt kein Problem, also suchten wir uns etwas zu essen und gingen an die Seite, um unseren leckeren Langos zu essen. Plötzlich bekomme ich von meinem Freund den Langos in die Hände geknallt und hörte ihn nur schreien! Molly kaute genüsslich auf einer Glasscherbe!!!!!! Mir blieb das Herz stehen, wir schauten sofort ob sie sich geschnitten hatte, unser großes Glück war, dass die Scherbe total stumpf war. Wir standen unter Schock, das hätte wirklich schlimm ausgehen können. Uns war der Appetit vergangen und wir gingen bedröppelt nach Hause. Natürlich haben wir vorher mit ihr trainiert und ihr das Kommando "Aus" beigebracht, aber wohl nicht gut genug. Also trainierten wir noch mehr, es hat wirklich lange gedauert, bis Molly vorallem der Versuchung von Kaugummis widerstehen konnte. Mittlerweile hört sie auf das Kommando "Aus" sehr gut, ich würde aber sagen, sie ist ein Staubsauger mit "angezogener Handbremse". Sie hat gelernt, dass nicht alles was draußen rumliegt gut für sie ist und vorallem essbar ist. Falls sie doch mal was aufnimmt, lässt sie es sofort beim Kommando "Aus" fallen. Trotz allem versucht sie uns , das ein oder andere Mal noch auszutricksen, wir müssen also schon noch aufpassen.

Wir haben also Anfangs, wohl oder übel viele Erfahrungen mit Magen-Darm-Problemen gemacht.

WAS NUN?

Nicht immer muss eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen, es ist sehr wichtig, dass man bei seinem Hund auf die Symptome achtet. 

Zeigt der Hund Symptome, wie
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blähungen oder
  • Erbrechen
heißt es beobachten und handeln!

Hat euer Hund Durchfall, kann es verschiedene Ursachen haben. Es könnte beispielsweise von einem oder mehreren Futterbestandteilen kommen, die euer Hund nicht verträgt, von zu kaltem Futter oder auch von Dingen, die der Hund beim Spaziergang aufnimmt. Aber auch Parasiten, Infektionen oder entzündliche Darmerkrankungen können die Gründe für Durchfall sein. Sogar Stress kann der Auslöser sein. Wenn man neben Durchfall noch andere Symptome, wie Mattigkeit, Erbrechen, Fieber oder Apathie feststellt und der Durchfall mehrere Tage andauert, sollte man dringend einen Tierarzt aufsuchen. Wichtig ist sich auch den Kot genauer anzuschauen, ob er blutig, schleimig, hell oder dunkel ist. 

Ich habe bei Molly, wenn sie mal Durchfall hatte, immer einen "Schontag" eingelegt. 
Viel Ruhe, viel Flüssigkeit und Schonkost.  Zum Beispiel eine leichte Karottensuppe oder Rinderknochen abkochen und die Brühe mit Gemüseeinlage geben, auch Hüttenkäse mit Banane wäre eine Variante.  

Ich hatte damit immer gute Erfahrungen gemacht und bei Molly war das Durchfallproblem meistens nach einem Tag wieder erledigt. Man kann bei akutem Durchfall auch einen "Fastentag" einlegen und nur Brühe, Wasser und evlt. Tee aus Brombeerblättern anbieten. Den Flüssigkeitsmangel auszugleichen ist bei Durchfall das A und O! Wir geben durch Schon-und Fastentage dem Verdauungstraktes des Hundes die Chance, sich zu regenerieren. Wichtig ist auch, dass man danach nicht gleich zu viele Futterkombis mischt, somit der Verdauungtrakt es leichter hat.

Mein Tipp: HEILERDE, das wirkte bei Molly immer Wunder! Gibt es bei dm, im Reformhaus oder in der Apotheke.

Linderung: Es können auch Fenchelsamen, Ulmenrinde, pulverisierte Himbeer-und Brombeerblätter und Propolis gegen Durchfall verabreicht werden.

Könnt ihr unter anderem hier bestellen --> Haustierkostbarfshopaniforte 


Gegensätzlich zum Durchfall, kann auch hin und wieder eine Verstopfung auftreten, besonders häufig bei rohgefütterten Hunde, durch zu viel Knochenfütterung. Deshalb ist es wichtig, sich den Knochenanteil der Fütterung genau zu berechnen. 

Linderung: Zeigt euer Hund Verstopfungsymptome, kann man diesem Problem mit verschiedenen Nahrungsmitteln Abhilfe leisten. Abführende Nahrungsmitteln sind zum Beispiel Birnen, Leber, Feigen, Pflaumen.

Ihr könnt euch die tägliche Futterkalkulation zum Beispiel hier barf-rechner ausrechnen.


Wenn euer Hund an Blähung leidet, spricht man in der Regel nicht von einer Erkrankung. Blähung entstehen in den meisten Fällen durch Gärungen, die während der Verdauung Gase entstehen lassen. Ursache
kann zum Beispiel das Luftschlucken sein, das entsteht durch hastiges Fressen oder durch eine zu niedrige oder zu hoher Fresshaltung. Das Problem mit dem Schlingen haben wir bei Molly auch, wenn ich sie manchmal nicht bremsen würde, wäre ihr Napf innerhalb von wenigen Sekunden leer.
  
Auch blähende Gemüsesorten wie Kohlarten, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte können Blähungen hervorrufen. (Diese Nahrungsmittel auch bitte nicht verfüttern.) Oftmals sind Blähungen auch mit Krämpfen, angespanntem Bauch und Koliken gepaart. Sie treten auch oft mit Durchfall und Verstopfung auf. 

Linderung kann man mit Koriander, Minze, Fenchel, Anis, Kümmel und Dill erschaffen. Auch mein kleines Wundermittel Heilerde kann man bei Blähungen einsetzen. Wenn der Hund länger unter Blähungen leidet ist es ratsam ein Tierarzt aufzusuchen. 



Molly hatte vor circa einem halben Jahr das Problem, dass sie Nachts öfters erbrochen hat. Wir haben es beobachtet, über den Tag war alles ok. Sie war agil, fit und hat auch normal gefressen. Schließlich sind wir zu unserem Tierarzt und haben ihm unser Problem geschildert und für ihn was es schnell klar. Wir geben ihr zu früh Abendessen. Sie hatte immer circa um 18 uhr Fressen bekommen und unser TA meinte, manche Hunde haben Probleme damit, dass der Magen Nachts zu leer wird und sich dadurch vermehrt Magensäure bildet, diese dann zu sehr schäumt und der Hund diese eben loswerden will/muss. Wir füttern nun erst gegen 22 uhr und sie hat seitdem nicht einmal mehr gebrochen. 
Auch die Aufnahme von unverträglichen oder unverdaulichen Dingen kann zu Erbrechen führen. Der Hund versucht durch das Erbrechen diese wieder loszubekommen, viele fressen auch Gras, um den Brechreiz zu verstärken. Weist der Hund zusätzlich Durchfall und/oder Fieber auf, macht einen matten und erschöpften Eindruck oder erbricht oftmals hintereinander, muss dringend ein Tierarzt aufgesucht werden! 

Linderung: Wie bei Durchfall ist es wichtig auf Schonkost zurück zu greifen und auf den Flüssigkeitsverlust einzugehen. Zusätzlich kann man auch magenberuhigende Kräuter, wie Fenchelsamen, Anis, Kümmel oder Basilikum ins Futter geben.

Alle meine Tipps können nützlich sein und Abhilfe schaffen, ersetzen aber keinen Tierarzt! Bei Unsicherheit lieber einmal mehr zum Tierarzt gehen. 


Mittlerweile geh ich bei Molly mit Magendarmproblemen sehr routiniert um und habe mit den Nahrungsergänzungsmitteln super Erfahrungen gemacht. Bevor ich zu Medikamenten/ Tropfen usw. lange, versuche ich es erstmal damit unter Kontrolle zu bekommen. Ich bin da etwas "altmodisch" und versuche auch bei mir selbst, zum Beispiel mit viel Tee und Schonkost Linderung zu bekommen. Wir mussten bisher, wie oben beschrieben, nur einmal zum Tierarzt gehen und haben ja super leichte Abhilfe bekommen.

Habt ihr noch andere Tipps? 
Was macht ihr, wenn euer Hund Magendarmprobleme hat? 
Greift ihr auch auf Schonkost zurück? 
Ist euer Hund auch ein kleiner Allesesser?
Hattet ihr auch die üblichen "Welpen-Staubsauger-Probleme"?

Wir sind sehr auf eure Antworten gespannt :)

*Übrigens geht es Molly auf dem ersten Bild super, sie war nur soooo müde ;)


Vgl. Natural Dog Food - Rohfütterung für Hunde, Reinerth Susanne, 2005

You Might Also Like

7 Kommentare

  1. Super Artikel. Unser Charly war am Anfang auch ein Staubsauger. Zum Glück hat sich das Problem nach einiger Zeit gelegt. Bei Durchfall bekommt er auch Schonkost. Heilerde habe ich bis jetzt noch nicht verabreicht. Werde mir den Tipp auf jeden Fall fürs nächste mal notieren.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke euch :) zum Glück haben wir die extremen "Staubsaugerzeiten" auch hinter uns gelassen. PUH! Nochmal so Glück hätten wir wahrscheinlich nicht mehr...

      Liebe Grüße zurück!

      Löschen
  2. Ach du meine Güte, das ist ja furchtbar mit der Glasscherbe. Da wäre mir aber auch der Appetit vergangen ^^

    Wenn Lilly Magen-Darm-Probleme hat, gibt es erst mal Heilerde und ansonsten auch Schonkost. Kartoffelpapp, Möhre, Apfel, Fenchel, Hüttenkäse und gekochtes Huhn haben sich als gut erwiesen ;-) Zusätzlich ist eine Kur mit Aloe Vera Saft zu empfehlen.

    Liebste Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hatten wir wirklich sehr sehr viel Glück gehabt!
      Danke für den Tipp, der Aloe Vera Saft, werde ich mir mal anschauen :)
      Liebe Grüße zurück!

      Löschen
  3. Leider hat Socke Heilerde nie vertragen, aber Schonkost wie von Dir beschrieben, gab es auch. Heute gibt es Pferd und Kartoffel, wie immer und wir gehen auch lieber zum Arzt, der schaut mal as ist. Aber das hatten wir ja alles in der letzten Woche auf unserem Blog beschrieben.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    AntwortenLöschen
  4. Oh weia, die Geschichte mit der Glasscherbe ist wirklich heftig!
    Moe ist aber auch ein richtiger Staubsauger und ich bekomme es ihm auch nicht abgewöhnt. Da hilft nur: Augen auf und immer schneller sein, was aber auch nicht immer klappt. So haut er sich denn auch mal einen liegen gebliebenen Döner oder, was neulich auch toll war, ein Stück abgenagten Rippenknochen rein. Den konnte ich ihm zum Glück aber wieder rausziehen. Ekelhaft!!!
    Dank der Giftköder ist man ja sowieso mehr als besorgt. Vielleicht muss Moe in Zukunft draußen einen Maulkorb tragen, aber bisher versuche ich es mit der Augen-auf und Ablenkungsmethode. :-) Wir üben also noch.
    Deine Tipps gegen Magen-Darm Probleme finde ich super. Heilerde ist auf jeden Fall notiert.
    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
  5. Wir machen es genau so wie ihr. Gerade gestern hatten wir das Durchfall-Problem. Aber nur für einen Tag. Wir lassen dann einen Tag das Futter weg und geben am nächsten Tag in Brühe gekochte Hähnchenbrust mit Reis & Heilherde. Dann ist alles wieder gut. Um die nächtliche Magensäure zu bändigen erhält unsere Claralotti abends drei kleine Taler Pumpernickel. Seitdem haben wir das auch im Griff. Was man nicht alles tut - für seinen Hund.

    LG
    Stefy-aus-der-Küche und Claralotti-im-Körbchen

    AntwortenLöschen

Danke fürs vorbei schauen ♥

Danke fürs vorbei schauen ♥

Social Media

Like us on Facebook