Aktion Blogbällchen - "Alleine bleiben - gewusst wie"

Sonntag, April 26, 2015


Ihr wisst noch nicht worum es geht? In Facebook wurde eine tolle Dogblogger- Gruppe gegründet. Alle teilnehmenden Blogs schreiben nacheinander zu einem bestimmten Thema einen Artikel. In diesem Fall zu dem Thema "Hund und Arbeit miteinander verbinden/ Bürohund" oder um das Thema "Hund alleine bleiben". Das Bloggbällchen haben wir von Allie und ihrem Frauchen mit einem Sprung gefangen und nun sind wir an der Reihe.

Viel Spaß mit unserem Artikel über das Thema "Alleine bleiben - gewusst wie".



Fragen über Fragen

Bevor wir uns für einen Hund entschieden haben, vergingen erstmal viele, viele schlaflose Nächte mit vielen offenen Fragen. "Haben wir genügend Zeit"? "Schaffen wir den Alltag | Job mit Hund"? "Was passiert, wenn wir es mal nicht schaffen"? Fragen über Fragen auf die wir Antworten suchten. 

Wir haben Antworten gefunden

Da ich vollberufstätig in einer Kindertagesstätte bin und es da außer Frage war meinen Hund mitzunehmen ruhte die Entscheidung dann letzendlich auf den Schultern von meinem Freund. Der ist zu diesem Zeitpunkt frisch aus seinem Architektur Bachelor-Studium aus Konstanz zu uns hierher gezogen ist und erstmal lange Zeit Freizeit hatte. Also der perfekte Zeitpunkt, ganz nach dem Motto, wenn nicht jetzt wann dann? So gingen wir also auf Suche nach unserem mini Mops



Der Mini-Mops zog bei uns ein...

...und das "Allein sein" musste erstmal gelernt werden. Von vielen Hundebesitzer hörte ich "Horrorgeschichten", mein Hund hat die schon die zweite Couch geschrettert, mein Hund bellt und jammert das ganze Haus voll, mein Hund nagt an den Tischbeinen und so weiter. Wer kennt diese Erzählungen nicht?! Wir luden eine Hundetrainerin ein, weil wir nach Tipps & Tricks suchten, auch zum Thema "Alleine bleiben". Letztendlich bin ich froh, dass wir zum Training nicht eingestimmt haben, denn ich hatte Ihre Meinung nicht geteilt. Ich finde nicht, dass man einen Welpen am ersten Tag gleich 3h alleine lassen soll. Wir haben es langsam angehen lassen und bis heute hat Molly überhaupt kein Problem mit dem "Alleine bleiben". Wir haben das Glück, dass sie fast nie Alleine bleiben muss, mein Freund macht gerade seinen Master in Architektur und muss nicht täglich in die Uni fahren, sondern kann viel von zu Hause aus arbeiten. Wenn er doch mal in die Uni muss, dann kommen meine Eltern ins Spiel, die Molly liebend gern zu sich nehmen.



Übung macht den Meister

Dass Molly keine Probleme mit dem "Allein bleiben" hat kam nicht von alleine. Wir haben das in ganz kleinen Schritten mit ihr geübt. Die ersten 2-3 Wochen haben wir erstmal dazu genutzt, dass Molly mit Vertrauen aufbaut und an Sicherheit gewinnt. Wir hatten das Glück, dass sie von Anfang an sehr offen und neugierg war und auch mit der Trennung von der Mutter keine großen Schwierigkeiten hatte. So ließen wir also erstmal die Wochen vorbei ziehen, nach und nach begannen wir dann mit kleinen Trennungsversuchen. 

Es geht beim „Alleine bleiben“ also darum, dass der Hund nicht in Panik und Angst verfällt. Folgen von nicht richtig erlerntem Alleinsein können Trennungsangst mit entsprechendem Verhalten wie ständigem Bellen, Zerstören von Gegenständen, Unsauberkeit usw sein.
 

Trennung in kleinen Schritten

Die ersten Trennungsversuche sollten in kleinen Schritten vollzogen werden. Bevor man das Haus wirklich verlassen kann, und sei es nur für zwei Minuten, sollte man zuerst mal IM Haus räumliche Trennungsversuche unternehmen. Den Hund auf seinen Platz setzen und ohne ihn beispielsweiße ins Nebenzimmer gehen, auch dabei drauf achten dass man kein Theater daraus macht. Einfach gehen, ohne Ankündigung und große Streicheleinheiten. Funktionieren die Trennungsversuche im Haus kommt der nächste Schritt, das Haus verlassen zu können. Nachdem wir mit Molly gespielt oder draußen Gassi waren und sie sich eine Ruhepause gönnte, gingen wir ohne großes "Tamm Tamm" einfach mal kurz vor das Haus, die Betonung liegt auf KURZ. Bitte nicht mit dem Ohr an der Tür kleben und sich groß unterhalten, das merkt ein Hund ganz sicher, wirklich das Haus einfach mal verlassen. Dann steigerten wir die Trennungszeit, gingen mal gemütlichen den Müll rausbringen, blieben länger als 5 Minuten vor der Tür, gingen alleine zum Bäcker oder auch mal einkaufen. Bis man wirklich gemütlich ohne Gewissensbisse einkaufen gehen kann, dauert es natürlich seine Zeit ;) 

Nun kam der nächste große Schritt. Immer wenn wir das Haus verlassen haben, haben wir das gleiche Ritual begonnen. Schuhe und Jacke anziehen, Schlüssel nehmen und ohne großes Theater verabschieden. Nach und nach hat Molly verstanden, dass sie doch nicht immer mitkommt, wenn die Zweibeiner eben dieses Ritual vollziehen. Am Schluss ist sie nichtmal mehr mit zur Tür gelaufen, sondern ist im Wohnzimmer in ihrem Körbchen geblieben.

"Ich komme gleich wieder"

So sah unser "Signalwort" für Molly aus, das wir auch jetzt noch sagen, wenn wir das Haus verlassen. Wenn wir das beim Gehen sagen, legt sie sich gleich ab und macht es sich gemütlich. Manchmal glaube ich ja, dass sie auch mal froh ist ihre Ruhe zu haben.

Keine große Bühne für Theater

Auch wenn es mir nicht leicht gefallen ist, Molly alleine zu lassen, durfte ich das natürlich nicht zeigen. Die Verabschiedung und Begrüßung sollte immer freundlich, gelassen und neutral erfolgen. Es soll ja als was Normales angesehen werden. Wenn man den Hund vor dem Gehen noch 10mal streichelt, auf dem Arm nimmt gibt man dem Hund das Gefühl als sei das Gehen etwas Großes und auch schlimmes. 
Übrigens, wenn dem Hund mal ein Missgeschickt passiert, bitte nicht beim Kommen den Hund ausschimpfen oder am Besten noch die Schnauze in die Pfütze drücken. Der Hund kann überhaupt keinen Zusammenhang mit dem Missgeschick und dem Schimpfen zusammenstellen. Man bewirkt so nur ein negatives Missverständniss. 

Molly`s "Ruhe-Raum"

Von Anfang an war es uns wichtig, dass Molly, wenn wir nicht zu Hause sind einen gewohnten Raum hat, in dem sie sich zurück ziehen kann. Das ist in unserem Fall unser Wohnzimmer, wo auch ihr Körbchen und der Wassernapf steht. Selbverständlich sollte der Raum hundesicher gemacht werden. Wir haben einmal vom Vorabend die Erdnüsse auf dem Couchtisch stehen lassen, die waren natürlich restlos weg und Molly lag mit vollem Bauch gemächlich auf der Couch und konnte ihr Glück nicht fassen.

Nicht überteiben!

Auch wenn der Hund das Alleinsein gut erlernt hat, muss man bedenken dass Hunde Rudeltiere sind  und nicht den ganzen Tag lang allein gelassen werden sollten! Hunde brauchen soziale Kontakte, auch zu ihren Menschen. Je jünger ein Hund ist, je schneller wird er sich langweilen und vielleicht aus diesem Grund „Unsinn“ machen. Ich lege Molly immer ihr Lieblingstierchen raus und verstecke ab und zu auch Leckerlies im Wohzimmer, wo sie dann auch beschäftigt ist diese zu suchen.
Meine Meinung ist, dass ein Hund nicht länger als 5 Stunden alleine sein sollte. Wenn ich weiß, mein Freund muss in die Uni und ich muss länger arbeiten, bringe ich Molly zu meinen Eltern, übrigens auch mal über Nacht. Wir haben sie von Welpenalter an meine Eltern gewöhnt, denn wir wussten im "Notfall" werden sie "einspringen". Wenn meine Eltern unter der Woche einen Tag frei haben, nehmen sie Molly auch außerhalb eines "Notfalls" liebend gerne und genießen ihren Urlaubstag mit einem Ausflug draußen in der Natur.

Zum Schluss nochmal alles Wichtige zusammengefasst:
  • Bevor man mit dem Training beginnt, zuerst eine Vertrauensbasis aufbauen
  • Der Hund sollte vor dem Alleine bleiben, sein Geschäft erledigt haben
  • Er sollte genügend ausgelastet sein, körperlich wie geistig
  • Das Training in kleine Schritte gestalten
  • Zuerst innerhalb der Wohnung Trennungsversuche vornehmen
  • Den Hund nicht länger als 5h alleine lassen
  • Dem Hund einen Raum zum Alleine sein überlassen
  • Einen "Notfallplan" immer parat haben
  • Beim kommen und gehen kein "Theater" veranstalten
  • Und nicht vergessen, etwas Geduld muss man auch mitbringen

Wir nehmen Anlauf und werfen das "Blogbällchen" zu 
Nadine & Alfi.
LOS ALFI FANG!

Wir sind neugierig, wie handhabt ihr das Thema "Alleine beiben"?
Oder könnt ihr sogar euren Vierbeiner mit auf die Arbeit nehmen?

Liebe Grüße, Rebecca mit Molly

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