Der Mann im blauen Kittel - OHNE MICH!

Donnerstag, April 14, 2016


Kennt ihr diesen (hunds-) gefährlichen Mann im blauen Kittel? Ich kenne ihn sehr gut und gelinde ausgedrückt, ich hasse ihn. Wisst ihr schon von wem ich rede? Ich geb euch noch einen Tipp, dort riecht es sehr komisch und passiert eigentlich meistens nichts schönes, dort könnt ihr auch ganz viele unterschiedliche Tiere auf einem Fleck antreffen. Ihr wisst es sicher schon, mit "dem Mann im blauen Kittel" meine ich natürlich den Tierarzt. Wenn ich nur daran denke, gruselt es mich schon. Es ist ja nicht so, dass wir den oft besuchen müssen (zum Glück), aber wenn, dann ist es jedes Mal ein Horrortrip für mich. Und dieser Horrortrip sollte mal wieder letzten Donnerstag wahr werden.

Herrchen hat da was an meiner Hinterpfote entdeckt, irgendetwas stimmte da wohl nicht, die Zweibeiner tippten gleich auf Abszess oder noch schlimmer ein Geschwür, sie neigen etwas zur Übertreibung. Ich merkte überhaupt nichts, hatte keine Schmerzen und rumflitzen ging ohne Probleme, aber meine Meinung zählte da ja in diesem Moment nicht. Ich konnte machen was ich wollte, nütze alles nichts, Frauchen machte sich auf dem Weg "zu meiner persönlichen Hölle". Natürlich hatte ich im Auto noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass es doch nur zur nächsten Spielwiese geht, aber ich hatte schnell bemerkt, dass es leider nicht so ist, denn ich weiß schon 10 Straßen vorher, dass das der Weg zum Tierarzt ist. Also machte ich erstmal so richtig Lärm, um meinem Ärger freie Luft zu machen, ich hatte da nämlich mal so gar keine Lust drauf. Nur für mein Frauchen stieg ich halt aus dem Auto, ein Zurück gab es jetzt sowieso nicht mehr. Schon im Empfangsbereich wurden wir gleich in das separate Wartezimmer geschickt, ich war total entsetzt, man darf sich ja wohl noch beschweren, schließlich wurde ich vor kurzem dort operiert, wer weiß, nachher wird sogar noch an meiner Pfote rumgeschnibbelt, nicht mit mir. Frauchen hat währenddessen aufgeregt Kaugummi gekaut und versucht mich irgendwie abzulenken. In den nächsten 1 1/2 Std. liefen ganz viele andere Vierbeiner, groß und klein an unserem persönlichen Wartezimmer vorbei, aber denen schenkte ich überhaupt keine Beachtung, mittlerweile war mein Gedultsfaden total aufgebraucht und ich bekam immer mehr Bangel vor "dem Mann im blauen Kittel" und musste das natürlich mit lautem Gejaule jedem mitteilen. 

Der Höhepunkt war dann noch, als eine kleine Familie mit "Hoppel" zu uns ins Wartezimmer kam, eigentlich ja nicht schlimm, aber der kleine Junge wollte mich einfach nicht in Ruhe lassen auch nicht, als Frauchen mehrmals gemeckert hatte. Ich verbrachte dann einfach die restliche Wartezeit auf Frauchen`s Schoß. Nach einer (gefühlten) halben Ewigkeit waren wir dann an der Reihe. Und dann bekam ich so richtig Angst, die letzte Erinnerung an diesen Mann kam hoch und da wurde ich kastriert, ihr könnt euch also vorstellen, wie laut ich geschimpft habe. 

Aber mir blieb ja leider gar nichts anderes übrig, als einfach alles über mich ergehen zu lassen, da half auch lautes bellen und jaulen nichts. Aber eins muss man mir lassen, mit meinem knapp 6kg Kampfgewicht braucht man einen Arzt, eine Arzthelferin und Herrchen oder Frauchen um mich festzuhalten, so ganz kampflos geb ich mich dann doch nicht geschlagen. Frauchen war übrigens danach nass geschwitzt. So lange wie die ganze Wartezeit ging, so schnell hatten wir eine Diagnose. Kein Tumor, kein Abszess. Eine einfache unbedeutende kleine Warze hat sich zwischen meinen Pfoten breit gemacht, ihr hättet mal Frauchens Gesicht sehen sollen :D göttlich! Aber natürlich war jeder am Ende über solch eine milde und harmlose Diagnose froh. "Der Mann im blauen Kittel" wollte mir übrigens zum Schluss noch ein Leckerchen geben, aber wisst ihr was, das konnte er sich sonst wo hin stecken, ich wollte nur noch nach Hause.

Warum erzähle ich euch das alles?! Wie ihr schon raus lesen konntet, habe ich ein großes Problem mit dem Tierarzt. Angst und Unsicherheit spielen bei mir eine große Rolle, meine Zweibeiner sind sehr bemüht mir die Angst zu nehmen und stecken auch immer meinen Lieblingskäse ein, um mir den Tierarzt "schmackhaft" zu machen, aber ich bin einfach sehr nachtragend und die Erinnerungen an doofe Besuche stecken tief. Hunde, die sogar vor lauter Entspannung und Langweile im Wartezimmer vor sich hin schnarchen beneide ich schon sehr. aber die, die mit einem freudigen Schwanzwedeln den Tierarzt begrüßen, sind mir dann doch ziemlich unheimlich. 

Wie sieht es denn bei euch aus? Geht ihr bei eurem Tierarztbesuch auch durch die Hölle oder liegt ihr schlafend im Wartezimmer?

Eure Molly ♥


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4 Kommentare

  1. Ich muss zugeben, ich bin ganz froh, dass bei uns die (meisten) Tierarztbesuche sehr unproblematisch verlaufen. Allerdings kommt auch ganz oft unser Tierarzt bei uns daheim vorbei - so sparen wir uns den Praxisbesuch. Aber wir fahren regelmäßig auch bei ihm vorbei ... manchmal nur um mal kurz "Hallo" zu sagen und den Hunden zu zeigen, nicht immer wenn wir dort sind passiert etwas.
    Ich hoffe, ihr findet einen Weg diese Situation für euch alle zu entschärfen.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  2. Wir sind lange durch die Hölle gegangen. Quietschen, knurren und murren anderen Tieren gegenüber war Programm. Also warteten wir immer draußen.
    Glücklicherweise zog der Arzt um und hat nun einen tollen großen Wartebereich. Jetzt läufts besser.
    Aber das hat auch andere Gründe: Wir zwingen Adgi nicht mehr in eine Position. Also kein Zwangssitz oder so. Denn wenn da andere Hunde sind, klären sie so ihre Stellung und da kann es schon unangenehm werden, wenn Adgi sich hinlegen muss und sich unterwerfen muss, obgleich er das nicht will.
    Dann gibt es immer was total tolles zu naschen.
    Beim Tierarzt selber wird ganz viel gekuschelt und wir sagen "Stopp" wenn Adgi nicht mehr kann.
    Außerdem gibt auch der Arzt immer ein Leckerli, spätestens am Ende der Behandlung.
    Wir haben ihn auch schon beim Arzt gefüttert, wenn der Termin am Morgen war.

    Mit Bestechung geht zum Glück viel.

    Ganz viele Grüße

    Anika und Adgi

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  3. Es tut mir leid, dass Du immer wieder zum Tierarzt musst.

    Leider ist das mit Socke ja auch so und jede Blutabnahme ist ein Drama. Socke quiekt und muss auch von vielen Helferinnen festgehalten werden.

    Unser Trick: Wir gehen manchmal auch mit Socke zum Tierarzt, wenn nur etwas besprochen werden muss oder Socke gewogen wird. So hat Socke nicht immer das Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert. Und Socke bekommt immer ein Leckerli vom Arzt, das wir mitbringen. Das geht ganz gut, wenn Socke auch meist nach dem Wiegen Richtung Ausgang geht. Aber sie jammert nicht im Wartebereich oder jault. Zum Glück gibt es bei unserem Tierarzt mehrere von einander getrennte Wartebereiche, so dass man sich auch von anderen Patieneten zurückziehen kann.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  4. gerade entdeckt und euren blog sofort für toll empfunden- ich bin dann mal stöbern! :)

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Danke fürs vorbei schauen ♥

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