Dr. Google, der Arzt dem die Hundebesitzer (nicht) trauen

Dienstag, Juni 27, 2017


Dr. Google, Spezialist mit einem breiten Spektrum, allwissend, rund um die Uhr im Dienst. Von der eingerissenen Kralle, bis hin zu komplexen, chronischen Krankheiten, Dr. Google hilft euch immer und steht euch mit vielseitigen Rat zur Seite. Quasi ein Arzt ohne lange Wartezeiten, ohne hektischem Treiben, ohne Aufregung im Wartezimmer, ohne langer Terminvergabe...  Hört sich toll an oder?

Ich bin wahrlich kein Hypochonder, im Gegenteil, wenn es um meine eigene Gesundheit geht, bin ich doch eher etwas schludrig und warte meist zu lange bis ich zum Arzt gehe, versuche es erstmal selbst unter Kontrolle zu bekommen und schleppe mich meist zwei, drei Tage zu lange in die Arbeit.  

Ich gebs zu, ich habe auch schon mal Dr. Google um Rat gefragt, hat er doch immer einen nützlichen Tipp für mich. Doch aufgepasst! Aus leichtem Schnupfen wird mindestens ein gefährlicher Grippevirus, aus gelegentlichen Bauchschmerzen eine Blinddarmentzündung oder gar ein Darmverschluss. Wenn man zum Beispiel das Suchwort "Kopfschmerzen" bei Google eingibt, kommen fast acht Millionen Treffer! Wenn man dann genauer hinschaut findet man ganz schnell Prognosen wie "Gehirntumor", was jedem sicher eine Heidenangst einjagt, dabei sind Kopfschmerzen meist harmlos und nur ein Zeichen für z.B. Flüssigkeitsmangel. Am Ende sind wir fast immer panischer als vorher – und immer noch ratlos. 



Wenn ich dabei einen Schritt weiter gehe und an die Gesundheit von Molly denke, verhalte ich mich dann doch etwas anders im Gegensatz zu meiner eigenen Gesundheit. Ich war noch nie ernsthaft krank und musste zum Glück auch noch nie ins Krankenhaus, ich weiß was meinem Körper gut tut und was nicht und glaube meinen Körper gut einschätzen zu können. Doch wie sieht es da mit Molly aus? So oft habe ich mir gewünscht, sie könnte mir kurz sagen warum es ihr gerade nicht gut geht bzw. wo es ihr weh tut. 

Letzten Mittwoch bin ich nach Feierabend nach Hause gekommen, meistens wartet Molly auf der Couch schon schwanzwedelnd auf mich, oftmals bin ich ihr viel zu langsam und sie kommt mir entgegen gerannt, wie auch an diesem Tag. Ich stehe also noch an der Haustüre im Flur und Molly springt mit einem Satz vom Sofa um mich zu begrüßen. Plötzlich höre ich beim Aufprall ein lautes Jaulen, Molly liegt da rührt sich nicht mehr und fängt auch sofort an ihre linke Pfote zu schlecken. Natürlich gingen bei mir sofort alle Alarmglocken an. Ich habe sanft über ihr Bein gestrichen und es war ihr sichtlich unangenehm. Mein erster und schlimmster Gedanke war, dass sie sich jetzt sicher was gebrochen hat. In so Situationen versuche ich in erster Linie immer ruhig zu bleiben, was nicht immer klappt. Mein zweiter Gedanke war, unbedingt die Tierklinik anrufen, doch ich wollte davor noch einen Moment Molly beobachten und auch meine Gedanken sammeln. 

Also tief durchatmen und Molly beruhigen. 

Nach wenigen Minuten fiel mir auf, dass sie sich nicht am Bein schleckt, sondern an der Pfote. Ratet mal was ich dann gemacht habe??? Ich hab tatsächlich Dr. Google nach Rat gefragt und nach gefühlten 10 Sekunden wieder das Handy aus der Hand gelegt, da es mich nur noch mehr beunruhigt hat. Laut Google hat sich mein Hund das Sprunggelenk gebrochen und benötigt sofort eine Operation. Wenige Minuten später lag Molly da und knickte das Bein komplett ein um gemütlicher zu liegen. Ein Hund mit gebrochenem Sprunggelenk ist sicher nicht in der Lage sein Bein auch nur annähernd zu bewegen oder gar anzuwinkeln. Erstmal Erleichterung! Ich schnappte mir eine Taschenlampe und untersuchte ganz vorsichtig die Pfotenunterseite, denn ich hatte da so meine Vermutung. Die ganze Prozedur lies Molly auch ohne Weiteres zu. Ich musste nicht lange schauen, da sah ich schon den „Übeltäter“. Zwischen dem Ballen hatte Molly einen kleinen nässenden Abszess. Da sie ja vorher eine längere Zeit gedöst, also sich nicht bewegt hatte, konnte der Abszess trocknen und durch den Sprung ist er wohl aufgeplatzt, was für Molly natürlich sehr unangenehm und ein kleiner Schock war. Ich habe ihr gleich einen Verband mit Salbe (die hatten wir noch vom letzten Mal) verpasst und abends konnte sie schon wieder fast ohne Probleme laufen.

Hätte ich also auf  Dr. Google gehört, wäre ich panisch mit einem gebrochenen Sprunggelenk in die Tierklinik einmarschiert und mit einem kleinen Verband wegen einem nicht ernst zunehmenden Abszess wieder heraus gekommen. Ich bin kein Freund von tagelangem herum experimentieren, lieber geh ich einmal mehr zum Tierarzt als nötig, doch manchmal bringt es auch schon was, wenn man Ruhe bewahrt und bloß nicht in irgendwelchen Foren/Seiten nach der Ursache forscht. 

Natürlich ist das Internet ein wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft – auch für mich, oftmals habe ich wirklich sehr hilfreiche Tipps in Sachen Gesundheit bekommen, zum Beispiel habe ich dadurch das Wundermittel Kokosöl gegen Zecken entdeckt oder tolle Rezepte, wenn der Hund mal Bauchweh hat. Ich werde sicher das ein oder andere Mal weterhin das Internet als Hilfsquelle benutzen, doch es wird niemals den Besuch beim Tierarzt ersetzen. Denn wenn wir zu unserem Arzt des Vertrauen gehen, erwarten wir schließlich nur zwei Dinge: erstens, dass der Arzt die richtige Diagnose stellt und zweitens, dass er für uns und unseren Vierbeiner da ist. 

Diese Punkte wird uns niemals Dr. Google erfüllen können.




*Die tollen eingefügten Grafiken stammen von Aram & Abra

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2 Kommentare

  1. Ich versuche das Googeln im Internet nach Krankheiten zu vermeiden, während der Socke-nHalter dies schon öfter tut. Mich schreckt es ab. Zudem meine ich, dass ich dann bei Sicke – oder mir – plötzlich Dinge wahrnehme, die zu der vermeintlich passenden Erkrankung passt. Ich habe das Glück, dass ich einen guten Tierarzt habe, den ich immer fragen kann.

    Und wenn man einen chronisch kranken Hund hat, dann meine ich, dass die Tipps vielleicht auch gefährlich werden können…. Nein, ich lasse essein.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  2. Cooler Blog mach Weiter so. Ich habe auch ein in dem es umHunde spielzeug geht. mfg Maik

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